Hilfe von Mensch zu Mensch
Tsunami Childcare - unbürokratische Soforthilfe direkt vor Ort
von str
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| Bild eines Schulkindes. © Tsunami Childcare |
„Warum gerade ich?“ Wer alles, was ihm lieb ist, verliert und doch überlebt, wer niemanden seiner Nächsten mehr am Leben weiß, kann nicht begreifen, was nun aus ihm werden soll. Welchen Sinn soll er in seinem Weiterleben denn nach allem noch sehen?
Mit seiner Lebensgefährtin Nok hat der gebürtige Bremer und ehemalige Göttinger Gero Hilger seit Jahren ein kleines, ökologisch arbeitendes Reisebüro in Khao Lak in Südthailand betrieben. Es lag ihnen beiden daran, dass noch immer die Lebensweise der einfachen Fischer die Landschaft, in der sie lebten, prägte.
Das Team
- Gero Hilger, der das Ganze ins Leben rief
- Natnicha Sapanthuwong, die an einer Schule der Region arbeitet und sehr viele der vom Unglück betroffenen Familien bereits vor der Katastrophe persönlich kannte
- die Übersetzerin Athita Hamram
- Manop Mitwong
- Außerdem begleitet Patricia Kerr, seit über 20 Jahren Direktorin eines Waisenhauses in Bangladesh, das Team logistisch
Es ist vor allem der Verlust Noks, das Bedürfnis, etwas zu tun, das auch sie befürwortet hätte, das Bedürfnis seinem eigenen Überleben einen Sinn zu geben, das Gero Hilger zur Gründung von Tsunami Childcare, einem privat organisierten Hilfsprojekt, veranlasste. Was Gero Hilger im Sinn hatte, als er in den Tagen nach der Flutwelle das materielle und psychische Elend, die akute Not vieler Überlebender, die die Flutwelle zwischen all den Leichen überlebt hatten, mit ansah, war, denen, die es am schlimmsten getroffen hatte, die sich nicht selber zu helfen vermögen, ganz unbürokratisch und direkt, von Mensch zu Mensch beistehen zu können.
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| Unterkunft der Familie Lung Thong. © Tsunami Childcare |
Durch seine langjährige Arbeit als Reiseleiter kennt sich Hilger nicht nur sehr gut in der Region aus, sondern besitzt zudem sehr gute Kontakte zu Lehrern, Bürgermeistern und anderen Entscheidungsträgern. Vor - Ort - Kenntnisse und über Jahre gewachsene Beziehungen sind und bleiben etwas, was sich nicht durch Gelder und nicht durch herbeieilende Hilfsorganisationen ersetzen lässt. Das zeigte sich schnell. Hilger und sein Team suchen den ganz direkten Kontakt zu den Familien.
Sie gehen direkt zu den einzelnen Überlebenden, sprechen mit ihnen, betreten deren mehr als dürftige Notunterkünfte und sehen sich um. Erst danach kommen sie zu einem Urteil, welche Art ganz konkreter Zuwendung unter den jeweils speziellen Umständen angebracht ist. Klar, dass solch arbeitsintensive Erfassung, aber auch wirklichkeitsnahe Kenntnis der Einzelschicksale denen, die die übergreifenden, auf ganz andere Weise aufwendigen Aufbauprojekte organisieren, nicht möglich ist.

